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Papiermarkt: Verbesserte Nachfrage aber Kostendruck bei Rohstoffen
10. Mai 2010 - 10:03 Uhr | Autor: Klaus Wenderoth
Kategorien: Allgemein
Der Papiermarkt zieht in weiten Bereichen wieder an. Produktion und Absatz verzeichneten im 1. Quartal 2010 gegenüber dem entsprechenden Quartal des Krisenjahres 2009 ein Plus von rund 11%. Der Auslandsabsatz stieg dabei mit 17% deutlich stärker an, als der Inlandsabsatz mit 8%. Die Nachfrage aus Europa, auf dem Papiermarkt, wuchs um 14%, während die Lieferungen nach Übersee sogar um 46% zunahmen. Hier wirkt sich die positive Entwicklung der Weltwirtschaft aus. Die deutlichen Wachstumsraten auf dem Papiermarkt relativieren sich aber bei einem Vergleich mit dem Jahr 2008. Die Produktion lag 5% und der Absatz 3% unter dem Niveau des ersten Quartals 2008.
- Sortenbereiche unterschiedlich
Weiterhin unterschiedlich waren die Entwicklungen auf dem Papiermarkt in den einzelnen Sortenbereichen. Die grafischen Papiere verbuchten einen Anstieg beim Absatz von 12%, gegenüber dem 1. Quartal 2008 aber immer noch einen deutlichen Rückgang von 9%. Im Verpackungsbereich liegt der Absatz sogar wieder über dem Niveau des Vorkrisenjahres (+4%). Gegenüber dem 1. Quartal 2009 lag der Zuwachs bei 12%. Die Hygienepapiere wurden von der Krise weniger berührt. Im 1. Quartal 2010 legten sie nochmals um 4% im Vergleich zum Vorjahresquartal zu. Die technischen und Spezialpapiere verzeichneten sogar einen Anstieg von 17%, blieben aber 10% unter dem Niveau von 2008.
- Preiskorrekturen auf dem Papiermarkt wegen steigender Rohstoffkosten
Der Erzeugerpreisindex für Papier, Karton und Pappe lag im März 2010 noch 4 Prozentpunkte unter dem Wert des entsprechenden Vorjahresmonats. Die stark steigenden Rohstoffkosten führen aber zur Zeit zu deutlichen Preiskorrekturen. Der Umsatz, der 2009 16% eingebüßt hat, stieg im 1. Quartal 2010 lediglich um 8%.
Sowohl bei Zellstoff wie bei Altpapier sind die Preise auf dem Papiermarkt im ersten Quartal auf ein Langzeithoch gestiegen. Ursachen sind u.a. der erdbebenbedingte Ausfall der Zellstoffproduktion in Chile, sowie vorübergehende Streiks der Transportarbeiter in Finnland und der Papierarbeitergewerkschaft in Schweden. Die Streiks hatten die ohnehin durch den schneereichen Winter mit seinem beschränkten Holzeinschlag verschärfte Versorgungslage in Nordeuropa belastet. Experten machen darüber hinaus den Mangel an geeigneten Schiffstransportkapazitäten aus Nordamerika sowie die anhaltend starke Nachfrage aus China für die zusätzliche Verknappung und Verteuerung von Zellstoff auf dem Papiermarkt verantwortlich. Ähnlich zeigt sich die Entwicklung beim Altpapier. Hier werden die Preise von der konjunkturbedingt wieder anspringenden Binnennachfrage und dem anhaltend hohen Export von Altpapier nach China belastet.
Quelle: Verband Deutscher Papierfabriken













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